Da gab es diese Nacht Ende Mai. Es war ein Montagabend. Es wäre eigentlich der Abend gewesen, an dem ich einen wichtigen Termin mit der Geschäftsführung meiner Firma in Frankfurt hatte. Alles wichtige Leute, Vorbilder, die meine Arbeit die letzten zehn Jahre beeinflusst haben. Es gab Vorbereitungen und Präsentationen mit allem PiPaPo. Doch es kam anders.
Ich hatte am Tag zuvor einen neuen Arbeitsvertrag bekommen und meine Kündigung fertig gemacht.
Ich meldete mich krank und schwänzte die Abendveranstaltung – ganz klar ein CLM – aber darauf war ich ja gar nicht mehr angewiesen.
Ich blieb daheim. Küsste die Mädels und meine Frau. Ich traf mich mit einem Kumpel. Wir redeten über den Sinn des Lebens und tranken Bier auf der Straße. Wir gingen zum OK KID Konzert (zu spät). Wir trafen Freunde und blieben zur Back Stage Party. Wir aßen gegen Mitternacht die beste Falaffel der Stadt. Wir tranken noch ein Bier und gingen erst Morgens nach Hause.
Ich fühlte mich erleichtert und frei. Unabhängig. Kompromisslos. Seit dem läuft es. Macht euch keine Illusionen. Es ist immer noch Arbeit … aber viel mehr selbstbestimmt.
In dieser Nacht sangen OK KID:
Scheinbar muss ich weg von hier,
scheinbar zurück zu mir.
Zieh den Kopf aus der Schlinge
einer scheinbar heilen Welt.