Meine Güte musste ich dieses Jahr viel heulen. Ich muss jetzt schon wieder heulen, wenn ich daran zurückdenke. Und ich muss bestimmt noch mal heulen, wenn dies ausgedruckt vor mir liegt. Ich habe geheult, weil ich traurig war – aber auch weil ich sehr glücklich war. Vielleicht ist unsere Familie nah am Wasser gebaut. Vielleicht war dieses Jahr auch einfach besonders traurig oder eben besonders schön.
Ich habe geheult, weil ich jemanden zum letzten Mal gesehen habe.
Ich habe geheult, weil ich so manchen nach langer Zeit wiedergesehen habe.
Ich habe geheult, weil ich stolzer Vater war.
Ich habe vor Liebe in den Armen meiner Frau geheult.
Ich habe bei Filmen geheult.
Ich habe bei Musik geheult.
Ich habe im Stillen geheult.
Ganz selten habe ich mal alleine geheult.
Meistens war jemand bei mir.
Meistens habe ich beim Heulen etwas über mich selbst gelernt – darüber was mir wichtig ist. Insofern war es auch ein aufschlussreiches Jahr. Insgesamt ist klar: Ich heule lieber, weil ich sehr glücklich bin. Und ich bin oft sehr glücklich.